Antonio Labuhar
„Sog was”, 2026

Medium: tufted wool relief in a hand-engraved oak frame
40×30×5cm
Price upon request
www.alab.studio


G’redt hosd vü
owa g’sogt hosd nix
Bei jeder Störung host di auskennt
nur in dir drin hosd nix repariert
Jedes nu so oide Trum hosd gewartet
owa dei G’sundheit hosd oafoch ignoriert
G’redt hosd mit vü
owa wieso hosd neamd wos g’sogt?
Hosd di umg’schaut um d’Leit und um d’Soch
nur di söwa woidsd net rettn
Bei de Ondan hosd g’wisst wos richtig, foisch und schnö gnuag is
nur in deim Leb’n bist irgendwann still und heimlich verkehrt obog’n
G’redt hosd oiwei vü
owa wieso hosd so weng g’sogt?
Kilometerlange Strossn, s’offene Meer,
nix woa dir fremd oda z’weit
nur der kloane Schritt Richtung „Höfts ma!“,
für den is dei Motor net ogsprunga
G’redt hosd sovü
owa g’sogt hosd uns nix
Wer di kennag’lernt hod, hod se oft g’wundert,
wie g’scheit du bist, wos du ois woaßt
Umso mehr wundan ma se jetzt –
wieso hosd da denn fia di söwa koa ondare Lösung g’wisst?
G’redt hosd wirkli vü – so oft dessöwe
owa g’sogt hosd hoid nix
Bei de Stern hosd di a auskennt ois wia,
schwoaz wia d’Nocht woa da sowieso oiwei am liawan
Nur dass’ in dir drin a so finsta woan is, des hod hoid koana g’segn
und a net, wie sehr du des fiachst
Jetzt hob i vü g’redt,
nur nu net des Wichtigste g’sogt – so wia du ...
Danke für Felix
des wundaboare Kind, desd du mir und uns g’schenkt hosd.
I hoff, du konnst schlof’n, dort wosd’ jetzt bist.
Und wieda a Bier tringa, vielleicht sogoa mit’n Alex.
Und Lego baun und Lostwognfoan und segln
und oawatn und mithöfn und Sterndal schaun und ...
Mia wean nu gaunz vü von dir redn
a wonn’s nu lang so extrem weh duad
und es schwa foid, wenn ma wos sogt.


Künstler Statement:

“Der Brief, der mein Werk „sog wos“ (hochdeutsch: “sag was”) inspiriert hat, erzählt das Leben eines Mannes aus der Perspektive einer Frau, die ihm nahestand. Sie erzählt seine Geschichte und stellt ihm dabei immer wieder eine Frage: Warum hast du nie etwas gesagt?

Er hatte so viel zu erzählen, und doch hat er es nie getan. Ein kluger Mann, der immer eine Lösung parat hatte und damit vielen Menschen half. Nur für sich selbst fand er keine. Ein Mann, der die Sterne liebte und viel über sie erzählen konnte, aber nichts sagte, selbst als es in ihm dunkel wurde.

Der Brief erzählt von einem Leben auf dem Land, von der Natur und einem Menschen, der dort verwurzelt war. Er ist im Dialekt geschrieben, und ich erkenne darin etwas von mir selbst wieder. Ich spreche einen Pinzgauer Dialekt und lege ihn nicht ab. Denn wenn ich ihn ablege, wäre ich jemand anderes. Nicht ich.

Es war diese ehrliche, unverstellte Sprache, die mich dazu bewegt hat, die Worte festzuhalten und einen kleinen Fleck Landschaft darin einzufangen. Eine weiche Wiese, spürbar und nah. Ein Ort der Ruhe und Akzeptanz. Ein Ort, an dem man nichts erklären muss. Aber an dem man reden darf. Ein Ort, an dem man etwas sagen kann.” - Antonio Labuhar

Artist’s notes:

“
The letter behind my work “sog wos” (englisch “speak up”) tells the story of a man through the words of a woman who shared her life with him. As she recounts his life, one question keeps coming back: Why didn't you ever say anything?

He was a man with so much to give. Intelligent, always finding solutions, always there to help others. Yet when it came to himself, he could not find a way forward. He loved the stars and could tell you so much about them. But he never spoke about what was happening inside him, not even when things grew dark.

The letter paints a picture of a life shaped by the countryside and a deep connection to nature. Written in dialect, it feels familiar to me. I speak a Pinzgau dialect myself, and I don't want to lose it. It is part of who I am. If I were to leave it behind, I wouldn't quite be myself anymore.

What stayed with me was the honesty of the letter. The way it tells a life without trying to make it sound any different from what it was. It inspired me to hold on to these words and translate them into a small piece of landscape.

A soft meadow you can touch. A place that feels close, where there is room for stillness and acceptance. A place where you can simply be yourself. And a place to speak up.” - Antonio Labuhar

GRIEFYARDS 2026