GRIEFYARDS 2026
Blooming in May
„From an older sister”, 2026
Medium: Acrylic on canvas
80 × 60 cm
Price upon request
www.bloominginmay.com
Künstler statement:
“Ich fühle mich geehrt, diesen besonderen Brief in ein Kunstwerk zu übersetzen. Gemeinsam mit meiner jüngeren Schwester eine Fantasiewelt aufzubauen, hat mich zur Künstlerin gemacht und so vieles von dem geprägt, was ich heute bin.
Für dieses Bild wollte ich die Perspektive einer älteren Schwester erkunden und ein Gefühl ausdrücken, das, wie ich finde, ganz besonders zu dieser Erfahrung gehört. Es ist ein seltsames Band, das uns verbindet. Eine Schwester zur anderen. Wir teilen uns Zimmer, Kuchen und Kleider, manchmal auch Gedanken, ohne Worte auszutauschen. Manchmal teilen wir Geheimnisse, die niemand anderer wissen darf. Wir teilen die Sorgen und den Schmerz über das, was passiert ist, und das erste ausgelassene Lachen, wenn alles vorbei ist.
Es ist, als teilten wir jeden unserer Schritte, sodass wir gar nicht merken, wie auch der Weg sich teilt. Und auf einmal stehen wir uns gegenüber und es fühlt sich seltsam an, dass all die gemeinsamen Erlebnisse uns doch zu unterschiedlichen Punkten führen. Wir stehen uns gegenüber, ein wundersamer Moment. Ein Wunder, wie aus etwas Vertrautem etwas Verzauberndes wird. Ein Wunder, wie etwas Verzauberndes immer noch vertraut ist. Denn das Band war nie das gemeinsame Ziel oder der geteilte Schritt. Das Band ist die Wärme, wenn wir zurückblicken auf unseren Weg, und die Zuversicht, mit der wir der Zukunft entgegenstehen.” - Blooming in May
Artist’s notes:
“I am honoured to translate this special letter into an artwork. Building a fantasy world together with my younger sister is what led me to become an artist and shaped so much of who I am today.
For this painting, I wanted to explore the perspective of an older sister and express a feeling that I think is very particular to this experience. It is a strange bond that connects us. One sister to the other. We share rooms, cake and clothes, sometimes even thoughts, without exchanging a word. Sometimes we share secrets that no one else may know. We share the worries and the pain over what happened, and the first uninhibited laughter when it is all over.
It is as if we shared every one of our steps, so that we don’t even notice how the path divides as well. And suddenly we stand facing each other, and it feels strange that all our shared experiences have led us to different points after all. We stand facing each other, a wondrous moment. A wonder how something familiar becomes something enchanting. A wonder how something enchanting is still familiar. For the bond was never the shared goal or the shared step. The bond is the warmth when we look back on our path, and the confidence with which we face the future.” - Blooming in May
Künstler statement:
“Wir können die, die wir verloren haben, nicht behalten, doch etwas von ihnen bleibt in uns. Zwei Hände strecken sich einander entgegen: Die eine verblasst in der Vergangenheit, die andere bleibt in der Gegenwart. Zwischen ihnen liegt die Distanz des Verlusts und die Sehnsucht, das festzuhalten, was langsam verschwindet.
Durch Stickerei auf einer Fotografie gebe ich diesen Spuren eine körperliche Form und sticke das, was vergangen ist, in das, was bleibt. Wir können den Weg, den sie gegangen wären, nicht weitergehen, aber wir können das, was sie in uns hinterlassen haben, mittragen und es unseren eigenen Weg prägen lassen. Vielleicht behalten wir einen Menschen auf diese Weise bei uns: nicht indem wir an dem festhalten, was vergangen ist, sondern indem wir seine Spuren in das Leben hineintragen, das wir weiterleben.” - Kseniia Kovalenko
Artist’s notes:
“We cannot keep those we have lost, but something of them stays within us. Two hands reach towards each other: one fading into the past, the other remaining in the present. Between them lies the distance of loss, and the longing to hold on to what is slowly disappearing.
Through embroidery on a photograph, I give these traces a physical form, stitching what is gone into what remains. We cannot follow the path they would have taken, but we can carry what they left within us and let it shape our own. Perhaps this is how we keep someone with us: not by holding on to what is gone, but by carrying their traces into the life we continue to live.” - Kseniia Kovalenko
Kseniia Kovalenko
„ The Traces That Remain ”, 2026
Medium: Photography and embroidery on photograph
30×40cm
Price upon request
www.kseniiacaptures.com
Um deinetwillen möchte ich gerne an ein Weiterleben nach dem Tod glauben, aber das kann ich nicht. Dein Weiterleben ist in meinem Sein durch die Spuren, die du in mir hinterlassen hast. Ich kann dir nur mehr in mir begegnen und will aus deinen Spuren meinen ganz eigenen Weg machen. Ich vermisse dich und habe Sehnsucht nach den Spuren, die du noch hinterlassen hättest können, wenn du noch lebtest. Aber ich bin unendlich dankbar für deine Spuren, die bleiben.
Petra Holländer
„ Memories ”, 2026
Medium: Acrylic and oil pastel on canvas
60×80cm
Price upon request
www.petrahollaender.com
Abschied nehme ich schon das erste Mal ein bisschen, als ich dich ein Jahr vor deinem Tod nur mehr in deiner Wohnung sehe. Dein Wirkungsraum ist klein geworden. Du bewegst dich nur mehr zwischen Bett, Wohnzimmer und Küche.
Abschied nehme ich, als du mich anrufst, damit ich zu dir fahre um dir aufhelfen, weil du gestürzt bist und allein nicht mehr aufstehen kannst. Deine Eigenständigkeit fehlt dir und damit stirbt schon ein Teil von dir.
Abschied nehme ich von dem Menschen, mit dem ich aufgewachsen bin, als ich dich im Spital besuche. Du möchtest am liebsten verschwinden, deinen Raum in der Realität findest du nur schwierig und mit unserer Hilfe.
Abschied nehme ich jedes Mal, wenn ich dich anschließend im Pflegeheim besuche, du wirst nur mehr zwischen Bett und Stuhl bewegt und der Raum, den du einnimmst in dieser Welt wird zunehmend kleiner. Du reduzierst dich auf das Wesentliche und dieses Wesentliche möchte sterben.
Abschied nehme ich am Weg zu meinem letzten Besuch bei dir ein Monat bevor du stirbst. Ich kann dich nicht mehr besuchen, weil ich weiß das deine Zeit abläuft. In deiner Wahrnehmung ist nur mehr Raum für deine Vorfreude für das Ende und kein Raum für meine Trauer.
Abschied nehme ich ein letztes Mal als ich dich am Abend vor deinem assistierten Suizid anrufe und wir 7 Minuten sprechen, 7 Minuten, um alles zu sagen was uns verbunden hat und Stille, die viel mehr sagt als die gesprochenen Worte. Wir bedanken uns für die kleine Dinge beieinander, die stellvertretend für alles Große stehen, das uns ausgemacht hat. Wir haben uns alle sehr liebgehabt, sagst du. Ja das haben wir.
Abschied von dir, Omi und unserer Liebe nehme ich nie, der Raum dafür bleibt ganz groß.
Aber ich weiß, dass du glücklich warst zu gehen und das nimmt dem Raum sein Gewicht.
Künstler statement:
“Mein gewählter Brief handelt von einer Person, die über den Abschied von ihrer Großmutter schreibt. Der Brief hat mich sowohl durch meine eigenen Erfahrungen mit meiner Oma als auch durch das wiederkehrende Motiv des Raumes berührt. Denn während der Raum, den die Großmutter in der Welt einnimmt zunehmend kleiner wird, bleibt der Raum für die Liebe zu ihr groß.
Inspiriert davon habe ich ein Bild gemalt, das Raum für Trauer, Erinnerung und Verbundenheit schafft. Eine Figur wächst aus einer Landschaft heraus und hält eine Kugel in ihren Händen, die einen Raum für Erinnerungen verkörpert. Zugleich steht sie für die Verbindung zu einem geliebten Menschen, der nicht mehr da ist und durch die Erinnerungen und Gefühle dennoch Teil unserer Welt bleibt. Die ruhige Atmosphäre des Bildes macht diese Nähe spürbar und zeigt, dass die Liebe und Verbundenheit zu einem Menschen auch über den Abschied hinaus etwas Positives und Tröstliches in sich tragen können.” - Petra Holländer
Artist’s notes:
“The letter I chose is about a person writing about saying goodbye to their grandmother. I was moved by the letter both because of my own experiences with my grandmother and because of its recurring motif of space. As the space the grandmother occupies in the world becomes increasingly smaller, the space for love for her remains vast.
Inspired by this, I painted a work that creates space for grief, memory and connection. A figure grows out of a landscape and holds a sphere in their hands, which embodies a space for memories. At the same time, it represents the connection to a loved one who is no longer here but remains part of our world through memories and feelings. The calm atmosphere of the painting makes this closeness tangible and shows that the love and connection we feel for someone can continue to hold something positive and comforting even after saying goodbye.” - Petra Holländer
Greta Ziegler
„da finde ich dich
(und manchmal auch mich)”, 2026
Medium: Acrylic and oil pastel on raw canvas
80×100cm
Price upon request
https://faayacollective.com/collections/
greta-ziegler
Künstler statement:
“Dieser Brief hat mich besonders durch die Gleichzeitigkeit von tiefer Trauer und Liebe berührt und mich an meine eigenen Prozesse erinnert. Durch das Gefühl einer Leere, die plötzlich alles einnimmt, und die Sehnsucht nach einer Seele, die oft nicht mehr greifbar scheint und doch in so vielen kleinen Momenten des Alltags noch immer gegenwärtig ist.
Mit meiner Arbeit möchte ich diesen Gefühlen Raum geben. Dem Schmerz, der manchmal so groß ist, dass man kaum weiß, wie man weitermachen soll. Aber vor allem der Hoffnung, sich in all dem irgendwann wieder selbst zu finden, ohne den geliebten Menschen dabei zurücklassen zu müssen.
Auf der unbehandelten Leinwand begegnen sich dunkle, schwere Flächen, die der Trauer Raum geben, und sanfte, warme Farbtöne, die an das Licht und die Wärme des geliebten Menschen erinnern. Schichten werden aufgebaut, überlagert und wieder freigelegt. Manche Spuren verschwinden, andere kommen Stück für Stück wieder zum Vorschein. Manches erscheint zeitweise verloren, obwohl es auf eine andere Weise weiter besteht.
Vielleicht bedeutet Weiterleben nicht, den Schmerz irgendwann vollständig hinter sich zu lassen. Sondern ihm Raum zu geben und gleichzeitig wieder Platz für das Schöne zu finden. Den geliebten Menschen in kleinen Momenten, vertrauten Dingen und Erinnerungen immer wieder neu zu entdecken. Und auf diesem Weg, ganz langsam, auch wieder ein Stück zu sich selbst zurückzufinden.” - Greta Ziegler
Artist’s notes:
“What touched me most about this letter was the coexistence of deep grief and love, and how it reminded me of my own experiences. That feeling of emptiness that suddenly takes over everything, and the longing for a soul that is no longer within reach, yet somehow remains present in so many small moments of everyday life.Through my work, I want to make space for these feelings. For the pain that can sometimes be so overwhelming that you don't know how to carry on. But above all, for the hope of eventually finding your way back to yourself, without having to leave the person you love behind.
On the raw canvas, dark, heavy areas that hold space for grief meet soft, warm colors that evoke the light and warmth of a loved one. Layers are built up, covered, and revealed again. Some traces disappear, while others slowly resurface. Some things may seem lost for a while, even though they continue to exist in a different way. Maybe moving forward doesn't mean leaving the pain behind completely. Maybe it means making space for it while slowly allowing beauty back into your life. Rediscovering the person you love in little moments, familiar things, and memories. And along the way, little by little, finding your way back to yourself, too.” - Greta Ziegler
Antonio Labuhar
„Sog was”, 2026
Medium: tufted wool relief in a hand-engraved oak frame
40×30×5cm
Price upon request
www.alab.studio
G’redt hosd vü
owa g’sogt hosd nix
Bei jeder Störung host di auskennt
nur in dir drin hosd nix repariert
Jedes nu so oide Trum hosd gewartet
owa dei G’sundheit hosd oafoch ignoriert
G’redt hosd mit vü
owa wieso hosd neamd wos g’sogt?
Hosd di umg’schaut um d’Leit und um d’Soch
nur di söwa woidsd net rettn
Bei de Ondan hosd g’wisst wos richtig, foisch und schnö gnuag is
nur in deim Leb’n bist irgendwann still und heimlich verkehrt obog’n
G’redt hosd oiwei vü
owa wieso hosd so weng g’sogt?
Kilometerlange Strossn, s’offene Meer,
nix woa dir fremd oda z’weit
nur der kloane Schritt Richtung „Höfts ma!“,
für den is dei Motor net ogsprunga
G’redt hosd sovü
owa g’sogt hosd uns nix
Wer di kennag’lernt hod, hod se oft g’wundert,
wie g’scheit du bist, wos du ois woaßt
Umso mehr wundan ma se jetzt –
wieso hosd da denn fia di söwa koa ondare Lösung g’wisst?
G’redt hosd wirkli vü – so oft dessöwe
owa g’sogt hosd hoid nix
Bei de Stern hosd di a auskennt ois wia,
schwoaz wia d’Nocht woa da sowieso oiwei am liawan
Nur dass’ in dir drin a so finsta woan is, des hod hoid koana g’segn
und a net, wie sehr du des fiachst
Jetzt hob i vü g’redt,
nur nu net des Wichtigste g’sogt – so wia du ...
Danke für Felix
des wundaboare Kind, desd du mir und uns g’schenkt hosd.
I hoff, du konnst schlof’n, dort wosd’ jetzt bist.
Und wieda a Bier tringa, vielleicht sogoa mit’n Alex.
Und Lego baun und Lostwognfoan und segln
und oawatn und mithöfn und Sterndal schaun und ...
Mia wean nu gaunz vü von dir redn
a wonn’s nu lang so extrem weh duad
und es schwa foid, wenn ma wos sogt.
Künstler Statement:
“Der Brief, der mein Werk „sog wos“ (hochdeutsch: “sag was”) inspiriert hat, erzählt das Leben eines Mannes aus der Perspektive einer Frau, die ihm nahestand. Sie erzählt seine Geschichte und stellt ihm dabei immer wieder eine Frage: Warum hast du nie etwas gesagt?
Er hatte so viel zu erzählen, und doch hat er es nie getan. Ein kluger Mann, der immer eine Lösung parat hatte und damit vielen Menschen half. Nur für sich selbst fand er keine. Ein Mann, der die Sterne liebte und viel über sie erzählen konnte, aber nichts sagte, selbst als es in ihm dunkel wurde.
Der Brief erzählt von einem Leben auf dem Land, von der Natur und einem Menschen, der dort verwurzelt war. Er ist im Dialekt geschrieben, und ich erkenne darin etwas von mir selbst wieder. Ich spreche einen Pinzgauer Dialekt und lege ihn nicht ab. Denn wenn ich ihn ablege, wäre ich jemand anderes. Nicht ich.
Es war diese ehrliche, unverstellte Sprache, die mich dazu bewegt hat, die Worte festzuhalten und einen kleinen Fleck Landschaft darin einzufangen. Eine weiche Wiese, spürbar und nah. Ein Ort der Ruhe und Akzeptanz. Ein Ort, an dem man nichts erklären muss. Aber an dem man reden darf. Ein Ort, an dem man etwas sagen kann.” - Antonio Labuhar
Artist’s notes:
“The letter behind my work “sog wos” (englisch “speak up”) tells the story of a man through the words of a woman who shared her life with him. As she recounts his life, one question keeps coming back: Why didn't you ever say anything?
He was a man with so much to give. Intelligent, always finding solutions, always there to help others. Yet when it came to himself, he could not find a way forward. He loved the stars and could tell you so much about them. But he never spoke about what was happening inside him, not even when things grew dark.
The letter paints a picture of a life shaped by the countryside and a deep connection to nature. Written in dialect, it feels familiar to me. I speak a Pinzgau dialect myself, and I don't want to lose it. It is part of who I am. If I were to leave it behind, I wouldn't quite be myself anymore.
What stayed with me was the honesty of the letter. The way it tells a life without trying to make it sound any different from what it was. It inspired me to hold on to these words and translate them into a small piece of landscape.
A soft meadow you can touch. A place that feels close, where there is room for stillness and acceptance. A place where you can simply be yourself. And a place to speak up.” - Antonio Labuhar
Isabelle Cannas
„Forever Brothers”, 2026
Medium: Acryl auf Leinwand, mit Schattenfugenrahmen
84 × 64 cm
Price upon request
www.isabellecannas.com
Künstler Statement:
“Beim Lesen dieses Briefes habe ich die tiefe Liebe und Verbundenheit zwischen den beiden Brüdern gespürt. Ich konnte die Liebe, die Sehnsucht und die tiefe Verbundenheit zwischen den beiden Brüdern förmlich spüren. Die Sehnsucht, den Bruder anzurufen, ihm vom Leben zu erzählen und seine Nähe zu fühlen, obwohl er nicht mehr da ist. Aus diesen Gefühlen heraus ist mein Bild entstanden und versucht, dieses Gefühl einzufangen: den lebenden Bruder, bunt und doch traurig, mit seinem suchenden Blick – und den verstorbenen Bruder in grauen Facetten, ganz nah hinter ihm. Für mich ist er nicht einfach verschwunden. Er ist auf eine andere Weise noch da. Für mich erzählt dieses Bild von einer Liebe, die bleibt, und von einer Verbindung, die selbst der Tod nicht lösen kann.” - Isabelle Cannas
Artist’s notes:
“Reading this letter, I felt the deep love and bond between the two brothers. I could almost physically feel the love, the longing and the profound connection between them. The longing to call his brother, to tell him about life, and to feel his closeness even though he is no longer there. My painting grew out of these feelings and tries to capture them: the living brother, colorful yet sad, with his searching gaze – and the deceased brother in shades of gray, very close behind him. To me, he has not simply vanished. He is still there, in a different way. To me, this painting speaks of a love that remains, and of a bond that not even death can sever.” - Isabelle Cannas
Aglaë Kinsky
„Dear Grandma, Dear Gram”, 2026
Medium: Acrylic, tempera and raw canvas on canvas
75×89cm (unframed)
Price upon request
www.aglaekinsky.com
Dear Grandma,
It´s such a pleasure to remember you, my precious, strong, courageous grandma. So many things are within me, you were my teacher, friend, greatest supporter, healer and protector. Thank you for all your love. I feel you very close to me. Every step I take seems to be guided and watched over. Thank you forever and more. The moment I will meet you again, hugging you, will be pure joy.
Your grandchild B.
Künstler statement:
“ Der Brief, den ich gewählt habe, erzählt von einer Großmutter als jemandem, dessen Gegenwart weit über die Grenzen eines einzelnen Lebens hinausreicht. Er hat mich darüber nachdenken lassen, auf wie viele unscheinbare Arten wir Dinge von anderen erben – oft, ohne es überhaupt wahrzunehmen. Gesten, Empfindsamkeiten und Blickweisen, die über Generationen weitergegeben werden, werden zu einem Teil von uns, so sehr, dass wir sie niemals vollständig von uns selbst trennen können.
Für mich ist das Malen eine solche Erbschaft: ein Faden, der mich mit meiner eigenen Großmutter verbindet. In meinem Bild setze ich mich mit dem Gedanken auseinander, was wir von einer Generation an die nächste weitertragen. Die Blumen, die überlappenden und ineinandergreifenden Formen fügen sich zu einer Komposition zusammen, in der unterschiedliche Elemente nebeneinander bestehen und sich verweben – jedes hinterlässt seine Spur im anderen. Für mich spiegelt das wider, wie die
Menschen, die wir lieben, zu einem Teil dessen werden, was wir sind. Auch wenn die Zeit uns auseinanderführt, lebt etwas von ihnen in uns weiter: in unserer Kreativität, in unseren Erinnerungen und in der Art, wie wir durch die Welt gehen.” - Aglaë Kinsky
Artist’s notes:
“The letter I chose speaks of a grandmother as someone whose presence reaches far beyond the boundaries of a single lifetime. It made me think about the quiet ways we inherit things from one another, often without even realising it. The gestures, sensibilities and ways of seeing the world that are passed down through generations, becoming part of us in ways we can never fully separate from ourselves.
For me, painting is one such inheritance, a thread connecting me to my own grandmother. In my painting, I explore the idea of what we carry forward from one generation to the next. The flowers, layered shapes and overlapping forms come together in a composition where different elements coexist and intertwine, each leaving its mark on the other. For me, this reflects how the people we love become part of who we are. Even as time moves us apart, something of them continues to live through us, in our creativity, our memories and the ways we move through the world.” - Aglaë Kinsky
NIZEN
„THERE’S A SUN”, 2026
Medium: Acryl auf Leinwand
120×80cm
Price upon request
shop.nizen.art
Liebe Theresa, mein liebes Kind....
Es ist so unglaublich viel Geschehen, seit du uns verlassen hast. Stell dir vor in diesen 5 Jahren hast du zwei kleine Schwestern bekommen. Mira und Ella. Sarah geht seit heuer ins Gymnasium. Wir legen gerade die Wohnungen zusammen, weil unsere Wohnung jetzt zu fünft, doch etwas zu eng wird.
Und trotz all der Erlebnisse oder gerade deswegen, kommt es mir vor als ob du erst gestern gegangen wärst. Mira spricht oft über dich, obwohl sie dich gar nicht kennenlernen durfte 💔. Wir sehen uns oft Bilder von dir an... mir bricht es noch immer das Herz. Schatz, Papa, Sarah und ich vermissen dich so sehr. Es vergeht kein Tag an dem wir nicht an dich denken. Oft lächle ich... und genauso oft weine ich.
Dein Tod hat uns und unser Leben sehr verändert.... Ich frage mich oft, wie du jetzt mit 7 aussehen würdest, was du gern tätest und wer deine Freunde wären. Die Trauer begleitet mich und uns seither jeden Tag.
Es ist so unfair und schwer.... Solange ich lebe, werde ich von dir sprechen und die Erinnerungen an dich teilen. Die Leute verstehen nicht.... dass wir nun anders sind, uns verändert haben. Sie denken, dass man irgendwann darüber hinwegkommen muss. Sie verstehen nicht, dass es kein Ende der Trauer gibt. Mit Dir ging ein Teil von uns. Aber die Liebe bleibt. Und das macht es so schwer ....
In Liebe Mama
Künstler statement:
“Das Werk „THERE’S A SUN“ entstand auf Grundlage eines Trauerbriefes, den eine Mutter an ihre verstorbene, noch sehr junge Tochter namens Theresa geschrieben hat. Besonders berührt hat mich ihre Aussage, dass sie niemals aufhören wird, über ihre Tochter zu sprechen und die Erinnerungen an sie zu teilen. Dieser Gedanke wurde zum Ausgangspunkt meines Werkes. Der Titel enthält ein bewusstes Wortspiel mit dem Namen THERESA, während die Gestaltung bewusst in einer kindlichen Bildsprache gehalten ist. Die Sonne steht symbolisch für die Beständigkeit dieser Erinnerung. Solange es eine Sonne gibt, wird auch über sie gesprochen und ihre Erinnerung weitergetragen.” - NIZEN
Artist’s notes:
““THERE’S A SUN” was created in response to a letter of grief written by a mother to her daughter named Theresa, who passed away at a very young age. What touched me most was her promise to never stop talking about her daughter and sharing memories of her. This thought became the starting point for my work. The title contains an intentional play on words with the name THERESA, while the painting itself is deliberately expressed through a childlike visual language. The sun symbolizes the enduring nature of these memories. As long as there is a sun, her story will continue to be told and her memory will live on.” - NIZEN
Rosalie Goess-Enzenberg
„I can’t breathe without you”, 2026
Medium: Mixed media
52×42cm
Price upon request
www.goesslie.com
I can’t breathe without you.
Künstler Statement:
“Dieser einzelne Satz hat mich tief berührt. Beim Lesen entstand in mir ein einengendes, einschnürendes, fast erstickendes Gefühl, das sich von der Brust bis zu Mund und Nase ausbreitete. Ein schreckliches Gefühl. Eines, das man niemandem wünscht. Genau dieses Gefühl wollte ich in meinem Kunstwerk darstellen.
Im Mittelpunkt steht ein Gesicht aus Ton. Obwohl ein Gesicht normalerweise Menschlichkeit, Leben und Emotionen verkörpern kann, wirkt dieses hier hilflos, beinahe leblos. Ein alter Strick umschlingt es kreuz und quer und scheint ihm jede Möglichkeit zu nehmen, sich frei zu bewegen - zu atmen.
Der Strick symbolisiert für mich die unsichtbaren Fesseln der Trauer. Sie kann sich anfühlen, als würde einem wortwörtlich die Luft zum Atmen fehlen.
Das Gesicht ist auf einem alten, verwitterten Holzbrett befestigt, das für die Vergangenheit, Erinnerungen und all das steht, was nach dem Verlust eines geliebten Menschen zurückbleibt. Der Satz „I can not breathe without you“ beschreibt für mich mehr als das Vermissen eines Menschen. Wenn jemand ein so wichtiger Teil des eigenen Lebens war, kann sein Verlust das Gefühl auslösen, selbst nicht mehr vollständig zu sein. Als hätte man nicht nur einen Menschen, sondern auch einen Teil seiner eigenen Welt und den damit verbundenen Halt verloren.
Mit meinem Kunstwerk wollte ich diese schwer in Worte zu fassende Trauer sichtbar machen: eng, schwer und unausweichlich wie ein Knoten, der sich immer weiter zuzieht. Denn auch wenn ein geliebter Mensch geht, bleibt die Liebe bestehen, in Erinnerungen, Gedanken und all dem, was er in uns hinterlassen hat. Vielleicht ist es genau das, was den Satz so schmerzhaft macht: Ohne diesen Menschen weiteratmen zu müssen, obwohl sich das Leben zunächst unmöglich anfühlt.
Mein Kunstwerk soll genau dieses unsichtbare und dennoch so große Gefühl sichtbar machen: einen Schmerz, der den ganzen Körper einnehmen und einem für einen Moment die Luft zum Atmen rauben kann.” - Rosalie Goess-Enzenberg
Artist’s notes:
“This single sentence touched me deeply. As I read it, I felt a tightening, constricting, almost suffocating sensation spreading from my chest up to my mouth and nose. A terrible feeling. One that I would not wish upon anyone. It was precisely this feeling that I wanted to express through my artwork. At the centre of the piece is a face made of clay. Although it embodies humanity, life, and emotion, it appears helpless, almost lifeless. An old rope wraps around it in every direction, seemingly depriving it of any possibility of moving freely - of breathing.
The rope symbolises the invisible restraints of grief. Grief can feel as if the very air you need to breathe has literally been taken away. The face is attached to an old, weathered wooden board, representing the past, memories, and everything that remains after the loss of a loved one. For me, the sentence “I can not breathe without you” expresses more than simply missing someone. When a person has been such an important part of your life, losing them can leave you feeling as if you are no longer whole. As if you have lost not only a person, but also a part of your own world and the sense of stability that came with it.
Through my artwork, I wanted to make this grief, so difficult to put into words, visible: constricting, heavy, and inescapable, like a knot that keeps tightening. Because even when a loved one is gone, our for them love remains: in memories, thoughts, and everything they have left within us. Perhaps that is precisely what makes this sentence so painful: having to keep breathing without that person, even though life initially feels impossible. My artwork is intended to make exactly this huge but invisible feeling visible - a pain that can take over the entire body and, for a moment, take your breath away.” - Rosalie Goess-Enzenberg
Johanna Blaha
„Everything At Once”, 2026
Medium: Rose petals and hand stitching on paper
50 × 65 cm (framed)
Price upon request
www.johannablaha.com
Mein liebster Sohn,
Seit du nicht mehr bei uns bist, ist so vieles so schwer. Du fehlst. Ich hoffe auf Träume, auf einen Regenbogen.
Als du gestorben bist tauchte einer am Himmel auf, Hast du ihn auch gesehen?... doch weder Regen noch Sonne waren da.
Seit dem...tja, Papa und ich weinen jeden Tag. Da die Liebe für dich keinen Körper mehr hat, wird sie bei uns zu Trauer.
Wir haben einander, doch dich können wir nie wieder umarmen. Oma und Opa geht es auch so.
Wir sehen deinen kleinen Bruder, der so viel von dir hat, ohne dich lange genug kennen zu dürfen. Das ist...schwer, aber auch wunderschön.
Jede Erinnerung, jedes Spielzeug, Kuscheltier oder Foto. Ein Lachen und ein Weinen. Wie eine Münze die auf dem Rand steht.
Ich, wir wollen dich auch körperlich bei uns, doch wir wissen, dass das nicht möglich ist. Wunschvorstellungen sind intensiver, stärker als die Realität, und doch sind es nur Wünsche an einen Regenbogen.
Du bist bei mir, bis ich bei Dir bin. Also flieg mit deinen Schmetterlingsflügeln nie zu weit weg mein Schatz. Wir alle lieben dich, unseren kleinen Hayopei. Bedingungslos und unendlich.
In ewiger Liebe deine Mama
Künstler statement:
“In meiner Arbeit setze ich mich mit den unterschiedlichen Facetten auseinander, die der Verlust eines geliebten Menschen mit sich bringt. Da sind die schönen Erinnerungen, die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Gleichzeitig gibt es Trauer, Schmerz und eine Leere, die sich nicht füllen lässt. „Wie eine Münze, die auf dem Rand steht“ gehören diese Gefühle zusammen und bestehen nebeneinander. Dieser Impuls aus dem Brief hat mein Werk inspiriert.
Die zarten Rosenblätter und Nähte machen diese Gegensätze sichtbar. Mit der Zeit trocknen die Blüten, verblassen und verändern sich – und auch das Werk wandelt sich weiter. Es spiegelt unseren Wunsch wider, an Dingen festzuhalten, obwohl sie sich unweigerlich verändern.” - Johanna Blaha
Artist’s notes:
“My work explores the different facets of losing a loved one. There are the happy memories that bring a smile to your face, but also the sadness, the pain and the emptiness that cannot be filled. Like two sides of the same coin, these feelings exist alongside each other. This contrast was a central part of what inspired me in the letter.
The work reflects these contrasts through delicate rose petals and stitches. As the flowers slowly dry, fade and change over time, the piece itself continues to transform, reflecting our desire to hold on to things that inevitably change.” - Johanna Blaha